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Verfahren
Wasserfallmodell
Methode/Technik:10121
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Beschreibung
Ein sehr bekanntes und einfaches Vorgehensmodell ist das sog. Wasserfallmodell [Managing the Development of Large Software Systems, Royce]. Der Software-Entwicklungszyklus wird in diesem Modell in sequentielle Phasen unterteilt, die während der Entwicklung jeweils komplett abgeschlossen werden müssen, bevor die Arbeit an der nächsten Phase begonnen werden darf.

Die Phasen werden durch die Fertigstellung von Dokumenten als Phasenergebnisse abgeschlossen, wobei auch Programmcode als Dokument angesehen wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Phasenergebnisse auch als Meilensteine bezeichnet. Die erzeugten Ergebnisse werden dann in der nächsten Phase als Phaseneingangsdokumente weiterverarbeitet, d.h. jede Phase basiert direkt auf den Ergebnissen der vorangegangenen Phase.


wasserfallmodell
Abb.: Phasen des Wasserfallmodells.


Die einzelnen Arbeitsabschnitte oder Phasen des Wasserfallmodells sind wie folgt gegliedert (Darstellung nach [Vorgehensmodelle Kompakt]):

Analyse
  • Anforderungsermittlung und Erstellung von Anforderungsdokumenten
  • Herausarbeiten eines gemeinsamen Verständnisses zwischen Kunde und Entwickler
Entwurf
  • Entwurf des Software-Systems auf der Basis von Komponenten, die möglichst unabhängig voneinander entwickelt werden können
Implementierung
  • Programmierung der einzelnen Komponenten in einer bestimmten Programmiersprache
Integration
  • Zusammensetzen des Gesamtsystems aus den fertig programmierten Komponenten
Test
  • Testen des Gesamtsystems anhand der Anforderungsdokumente
Installation
  • Inbetriebnahme des Gesamtsystems beim Kunden
Einsatz
  • Erweiterungen und Anpassungen werden durchgeführt
  • Entdeckte Fehler werden registriert und nach Möglichkeit behoben
Neben der strikten Abfolge der Phasen sind auch kontrollierte Iterationen zwischen Phasen möglich. Dies sind Rücksprünge in späteren Phasen zu vorangegangenen, da z.B. Fehler in einem früheren Phasenergebnis entdeckt worden sind und korrigiert werden müssen.

Bewertung aus der Sicht des Testens
Das späte Testen am Ende der Entwicklung vor Inbetriebnahme beim Kunden ist ein erheblicher Nachteil dieses Vorgehensmodells. Dies folgt aus der späten Verfügbarkeit ausführbarer Dokumente erst nach den Phasen Implementierung und Integration. Zwar kann auch schon vor der Integration der Komponenten jede einzelne Komponente für sich getestet werden, dennoch ist jeder entdeckte Fehler u.U. mit einem immensen Korrekturaufwand verbunden, da im schlechtesten Fall alle Ergebnisse vorangegangener Phasen korrigiert werden müssen. Dies käme einem Rücksprung in die Analysephase gleich, und eine erhebliche Verzögerung der Produktauslieferung an den Kunden wäre die Folge.
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