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 | |  |  | | Beschreibung |  | Beim Testen, aber auch während den anderen Phasen in einem Software-Projekt kann es hilfreich sein einen Anhaltspunkt zu haben, wie viele Fehler eine bestimmte Software-Komponente beinhalten könnte. Um solche Schätzzahlen angeben zu können, existieren in der Literatur diverse Gleichungen, die das Ergebnis von empirischen Untersuchungen darstellen. Für diese Formeln wurde eine Vielzahl von Software-Projekten ausgewertet, und den dabei erhobenen Daten eine mathematische Beziehung angenähert. Werden diese Formeln nun auf ein neues Projekt angewendet, so erhält man einen Schätzwert für die zu erwartende Fehlerzahl, nie jedoch die exakte Anzahl an Fehlern.
Im folgenden werden nun zwei Ansätze für die Ermittlung des Erwartungswerts der Fehlerzahl vorgestellt.
Nach Basili kann man die Zahl der zu erwartenden Fehler wie folgt ermitteln:
F = 4,04 + 0,0014 LOC4/3
Dabei ist LOC die Programmlänge in Codezeilen (engl. lines of code) und F die zu erwartende Fehlerzahl. Der geplottete Graph dazu sieht folgendermaßen aus:
Abb.: Graph zum Erwartungswert der Fehlerzahl (o.g. Formel)
Um den Wert für LOC zu ermitteln, zählt man jede Zeile im Code des Testobjekts außer Leerzeilen und Kommentaren. Nach obiger Formel erhält man also für ein Programm mit 1000 “effektiven” Programmzeilen eine erwartete Fehlerzahl von 17,7 Fehlern.
Eine andere Formel zur Abschätzung der zu erwartenden Fehlerzahl lautet wie folgt (siehe auch [Software-Test, Verifikation & Validation, Thaller]):
Fr = C1 + C2 (SCHG / KLOC) - C3 ISKL - C4 (DOCC / KLOC)
Die Konstanten und Variablen in dieser Gleichung sind wie folgt definiert [Software-Test, Verifikation & Validation, Thaller]:
Fr: Fehlerrate pro 1000 Programmzeilen (LOC)
C1: Konstante 67,98
C2: Konstante 0,46
C3: Konstante 9,69
C4: Konstante 0,08
SCHG: Anzahl der Änderungen am Lastenheft während der Entwicklung
KLOC: Codeumfang in 1000 Programmzeilen (LOC)
ISKL: durchschnittliche Erfahrung des Entwicklungsteams mit einer Programmiersprache in Jahren
DOCC: Anzahl der geänderten oder neu erstellten Seiten in Designdokumenten
Beispiel:
In einem Software-Projekt wurde eine Komponente von 1000 Programmzeilen von einem Entwicklungsteam geschrieben, das seit zwei Jahren mit Java programmiert. Während der Entwicklung musste dreimal das Lastenheft geändert werden. Die vorliegende Komponente liegt in der vierten Version vor, d.h. das ursprüngliche Designdokument wurde dreimal geändert.
Die Fehlerrate berechnet sich nun wie folgt:
SCHG = 3
KLOC = 1
ISKL = 2
DOCC = 3
Die erwartete Fehlerzahl der Software-Komponente (1000 Programmzeilen) ist also nach dieser Formel 49,74 Fehler.
Die nach obigen Formeln ermittelten Zahlen stellen, wie schon erwähnt, Schätzwerte für die erwartete Anzahl an Fehlern dar, d.h. sie sind lediglich Anhaltspunkte und keine exakten Angaben über die tatsächliche Anzahl an Fehlern in einem Programmstück. Die tatsächlichen Verhältnisse in einem konkreten Projekt können möglicherweise stark davon abweichen. |  |
 | |  |  | |  | |  | |  |  | | Kommentare | | Es wurden 1 Kommentar und 0 Bewertungen abgegeben |  | | Kommentare |  | Ralf Kalmar, 19.05.2003 | | "Sinnhaftigkeit von vorgegebenen Formeln zur Schätzung" |  | | Durch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen bei der Softwareentwicklung (gelebter Prozess, Erfahrungen, Projektcharakteristika usw.) ist eine auf eigenen Erfahrungen aufgebaute Formel meines Erachtens... | | [Kommentar ganz lesen] | |
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