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Verfahren
Contextual Design - Einstieg
Methode/Technik:12088
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Beschreibung
Contextual Design ist ein sehr umfassender Ansatz innerhalb der partizipativen Systementwicklung, in dem großer Wert darauf gelegt wird, dass Kunden und Designer gemeinsam am Designprozess (des Produkts/ der Software) beteiligt sind. Dabei ist die Analyse der konkreten Arbeitspraxis und der Systemnutzung von großer Bedeutung. Designer werden direkt in den Arbeitskontext der Kunden (= User etc.) hinein gebracht, denn vor allem in der Face-to-Face Interaktion miteinander kann der Designer sich die reichhaltigen Informationen aneignen, um hieraus neue Designideen zu entwickeln. Diese werden dann zusammen mit den Kunden (im Design-Team) hinterfragt, verändert und durchgeführt.

Die Grundlagen des hier vorgestellten Contextual Design Verfahrens wurden Mitte der 1990’er Jahre aus dem Ansatz heraus entwickelt, einen Designprozess zu kreieren, der gänzlich neue Systeme hervorbringen sollte - anstatt existierende Systeme "immer nur" iterativ weiterzuentwickeln und damit vielleicht auf Dauer nicht wirklich zu verbessern. Ziel des Designprozesses ist es, im besten Falle Software, Hardware, Unternehmensstrukturen und Arbeitsabläufe gemeinsam mit einzubeziehen. Es handelt sich also um ein sehr aufwändiges Verfahren Designer sowie Kunden - aufbauend auf den vorhanden Qualifikationen und Erfahrungen - der Entwicklung zu befähigen.

Die Verfahren des Contextual Design ermöglichen,

  • ausführliche Informationen darüber zu sammeln, wie Leute arbeiten und Systeme nutzen,
  • ein deutliches Bild einer ganzen Kundenpopulation zu entwickeln,
  • Systemdesign durch das Wissen der Kunden voranzutreiben und
  • ein existierendes System mit seinen Beziehungen, Widersprüchen, Überflüssigkeiten und Fehlern abzubilden.
Dabei wird der gesamte Prozess der Entstehung und Entwicklung von Computeranwendungen angeleitet. Hierzu werden Konzepte, Methoden und Erkenntnisse aus Theorie, Forschung und Praxis verbunden. Der Prozess findet in funktionsübergreifenden Teams, in die auch der Kunde eingebunden ist, statt.

In einem weitergehenden Ansatz bietet die Methode des Contextual Designs die Möglichkeit, z.B. im Rahmen von Glossar Business Process Reengineering, die Verfahren dazu zu nutzen, Änderungen in Struktur und Abläufen der Organisation selbst zu initiieren oder auf solche Änderung adäquater zu reagieren.

Im Mittelpunkt stehen immer die Kunden (Kunde meint jeden, der ein System mittelbar oder unmittelbar nutzt oder irgendwie von ihm abhängt - im Gegensatz zum User, der immer direkt mit dem System interagiert;), mit denen zusammen die Designer herausfinden und entscheiden, was auf welche Weise verändert werden kann, wie ein neues System aussehen sollte. Die Kunden besitzen hier also eine Definitionsmacht.

Der Ansatz Contextual Design wurde v. a. von Karen Holtzblatt und Hugh Beyer entwickelt und in der Praxis eingesetzt (siehe z.B. Literatur Beyer & Holtzblatt 1995; Literatur Beyer & Holtzblatt 1998; Literatur Holtzblatt & Beyer 1996; Literatur Holtzblatt & Jones 1993).

Die Designphilosophie des Contextual Design beinhaltet die Suche nach stets und immer auf gleiche Weise wiederkehrenden Mustern, Strukturen und Abläufen, die systematisiert und verbessert werden können.
Das Ablaufmodell des Contextual Design ist ein modifiziertes Wasserfallmodell. Bezüglich der Projektorganisation im Contextual Design bietet Contextual Design viele Möglichkeiten und Spielräume. Contextual Design arbeitet mit verschiedensten Werkzeugen, Instrumenten und Verfahren: Mittels des Contextual Interview - Interview im Kontext wird die Arbeit der Kunden analysiert. Um dann die Muster der Arbeitsprozesse herauszuarbeiten, werden fünf verschiedene Modelle verwendet (Arbeitsmodelle des Contextual Design). Bei der Entwicklung der Computeranwendungen und Neugestaltung von Arbeit kommen weitere Verfahren und Instrumente zum Einsatz (Contextual Design: Diagramme, Ablaufpläne, Prototypen-Interviews). Zu den prominenten Fallbeispielen, in denen bei Systementwicklungsprojekten auf Contextual Design zurückgegriffen wurde, gehören Projekte mit SAP.

Weiter zu: Herausforderungen für Contextual Design als partizipatives Systemdesign
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