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Glossareintrag
Wissensbewahrung
Glossar:13149
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Erläuterung
Der Prozess der Wissensbewahrung beginnt mit der Entscheidung, welches Wissen überhaupt bewahrt werden soll. Einmal erworbene Fähigkeiten stehen nicht automatisch für die Zukunft zur Verfügung. Die gezielte Bewahrung von Erfahrungen oder Informationen und Dokumenten setzt Managementanstrengungen voraus. Tatsächlich beklagen heute viele Organisationen, dass sie im Zuge von Reorganisationen einen Teil ihres Gedächtnisses verloren haben. Diese kollektive Amnesie beruht häufig auf der unbedachten Zerstörung informeller Netzwerke, welche wichtige, aber wenig beachtete Prozesse steuerten. Um wertvolle Erfahrungen nicht leichtfertig preiszugeben, müssen die Prozesse der Auswahl des Bewahrungswerten, die angemessene Speicherung und die regelmäßige Aktualisierung bewusst gestaltet werden. Dabei gilt die Leitregel, dass Dinge, die in der Zukunft für Dritte nutzbar sein könnten, es auch verdienen, bewahrt zu werden.
Speicherungsprozesse finden auf der individuellen, der kollektiven und der elektronischen Ebene statt. Auf der individuellen Ebene können Träger von Schlüssel-Know-how über materielle oder immaterielle Anreizsysteme ans Unternehmen gebunden werden. Auf der kollektiven Ebene müssen Bemühungen erfolgen, Fähigkeiten zu explizieren, welche im Gedächtnis der Organisation gespeichert sind. Dies ermöglicht einen gezielten Zugriff auf diese Erfahrungen zu einem späteren Zeitpunkt. Die elektronische Bewahrung, in der immer häufiger Expertensysteme als intelligente Hüter des organisationalen Erfahrungsschatzes auftreten, ermöglicht den zukünftigen systematischen Zugriff auf zentrale Wissensdokumente.

Bewahrung ist ein permanenter Prozess, der durch ständige Aktualisierungsbemühungen aufrecht erhalten werden muss, um dem Problem des „organisationalen Vergessens“ zu begegnen. Dieses kann sich individuell wie beispielsweise durch Kündigung oder Pensionierung, aber auch in kollektiver Form durch Reengineering oder Outsourcing äußern. Die dritte Möglichkeit des Vergessens ist zum Teil technischer Natur. So können Datenverluste durch Hard- und Softwarefehler oder elektronische Angriffe ein unvorbereitetes Unternehmen in große Schwierigkeiten bringen. Zumindest die Gefahren durch die technische Seite lassen sich durch die sorgfältige Auswahl und Wartung der Komponenten und ein wohldurchdachtes Backup System planmäßig reduzieren. Insbesondere aber im Hinblick auf die Bedrohung durch schädliche Software wie Viren, Würmer oder Backdoors ist immer auch der gesunde Menschenverstand auf seiten der Anwender gefragt.

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