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Erfahrung
Stand der Praxis von Reviews in der Software-Entwicklung
Erfahrung:14133
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Beschreibung der Erfahrung
Obwohl Qualitätssicherung von Software eine immer größere Rolle bei der Entwicklung einnimmt, werden die durch Fehlersuche und Fehlerbehebung entstehenden Kosten innerhalb der Entwicklung auf 30-50% der Gesamtkosten geschätzt. Reviews oder Inspektionen sind eine der grundlegenden Techniken für Qualitätssicherung, da Fehler früh im Entwicklungsprozess gefunden werden und somit kosteneffektiv behoben werden können.
Eine Umfrage, die das Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering IESE im Sommer 2002 durchgeführt hat und an der sich 121 Teilnehmer aus Unternehmen aller Branchen mit eigener Software-Entwicklung beteiligten, deckt den Stand der Praxis bei deutschen Unternehmen bei Software-Reviews auf.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Reviews als Methode allgemein akzeptiert sind, wobei die einzelne Durchführung oft wenig systematisch ist. Kaum ein Anwender hat eine spezielle Schulung für Software-Reviews absolviert.
Spezielle Vorgehensweisen wie Software-Inspektionen werden bei kleineren Unternehmen (weniger als 50 Mitarbeiter in der Software-Entwicklung) deutlich seltener angewandt als bei großen.
Von den verschiedenen Review-Typen sind die sogenannte Peer Reviews am verbreitetsten (49,6%), es folgen Inspektionen und Walkthroughs (20,7 bzw. 16,5%).

Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Reviews sicherzustellen, können sogenannte Lesetechniken zur Untersuchung von Dokumenten verwendet werden. Hier werden zumeist Checklisten verwendet. Fortgeschrittenere Techniken, wie szenariobasiertes Lesen werden kaum angewandt. Etwa ein Drittel der Unternehmen setzt keine Lesetechniken ein.
Nur eine kleine Anzahl der Befragten gab an, mit begleitenden Messungen die Qualität der Reviews selbst zu bewerten (50% sammeln überhaupt keine Daten, 20% Aufwandsdaten, 20% Fehlerdaten). Somit besteht bei den Firmen in den meisten Fällen keine Information über die Effektivität der Maßnahmen, was einer gezielten Optimierung und Prozessverbesserung im Wege steht.
Die Notwendigkeit von qualitätssichernden Maßnahmen neben dem Testen findet allgemeinen Zuspruch: gut 70% der Befragten äußerten, dass Testen allein nicht ausreiche und nicht alle Fehler mit Tests gefunden werden. Von Problemen mit Fehlern während der Erstellung von Software berichten mehr als zwei Drittel; bei Problemen nach Auslieferung immerhin noch knapp die Hälfte.
Bei einem Vergleich bei der Anwendung fällt auf, dass die informelleren Peer Reviews insbesondere in der Analysephase eingesetzt werden:

Als Gründe gegen Reviews werden vielfach Kosten (55%) und Zeitdruck (75%) genannt. Empirische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass beispielsweise Inspektionen einfach zu erlernen sind und die zusätzlichen Kosten durch geringeren Aufwand bei Tests und Fehlerbehebung mehr als ausgeglichen wird (s. Quality Assurance Technologies for the EURO Conversion - Industrial Experience at Allianz Life Assurance). Auch der von vielen als Grund angegebene fehlende Tool-Support ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.

Die vollständige Studie im pdf-Format kann auf dieser Seite heruntergeladen werden.

Übersicht zu den Erfahrungen bezüglich Inspektionen
Studientypen
Umfrage
Statistische Angaben
 Größe der Studie:   121
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