Softwareproduzenten kennen das häufige Phänomen, dass hochwertige spezifikationsgemäße Software dennoch vom Kunden als praxis-untauglich kritisiert wird. Angesichts dessen können sich Softwareunternehmen auf Dauer nicht leisten, unzureichend an den Anwendungskontext angepasste Produktspezifikationen als Problem zu verstehen, das der Kunde bis zur Erteilung des Auftrags allein gelöst haben muss (s. Thema: Mangelhafte Berücksichtigung des Anwendungs- kontexts). Vielmehr erfordern Technikgestaltungsprozesse bereits während der Produktfindung Lern- und Abstimmungs- prozesse zwischen Entwicklern und zukünftigen Anwendern [ Wulf/Rohde 1995].
Deshalb organisiert Integrierte Organisations- und Technikentwicklung (OTE) die Produktentwicklung als gemeinsamen Lern- und Gestaltungsprozess von technischen Experten und späteren Nutzern. OTE stellt ein iteratives Vorgehensmodell zur evolutionären, interdisziplinären Technikgestaltung bereit, das partizipativen Verfahren einen breiten Raum gewährt. Um Spielräume für die Akteure als solche erkennbar und gestaltbar zu machen, verbindet OTE dazu Organisationsentwicklung, Participatory Design und Aktionsforschung.
Was das OTE-Konzept in der Praxis bedeutet, wird am deutlichsten, wenn man es als Prozess in der Form der OTE-Workshopsequenz nachvollzieht, in welcher der OTE-Prozess von Entwicklern und Anwendern gemeinsam Stück für Stück vorangebracht wird. Der Workshop Kontinuierliche Verbesserung kann dabei – wie der Name sagt – fortwährend neu aufgelegt werden, wenn weitere Technikgestaltung oder organisatorische Maßnahmen für notwendig erachtet werden. Die folgende Abbildung einer Analyse eines Konstruktionsprozesses bei einem Anwendungspartner verdeutlicht, welches Maß an Flexibilität im betrieblichen Alltag erforderlich ist und welche Bedeutung entsprechende Kompetenzen der Mitarbeiter haben. Diese Kompetenzen mithilfe von Technik zu unterstützen, statt sie zu ersetzen, steht im Mittelpunkt von OTE.
Überblick zum Thema OTE:
Ablauf und Erfahrung von OTE:
OTE Workshopsequenz Exemplarische Darstellung der verschiedenen Phasen der OTE Workshopsequenz
Praxis-Erfahrungen mit OTE Stellt anhand von abgeschlossenen Projekten exemplarisch die Anwendung des OTE-Konzeptes in der Praxis vor
Analyse der Arbeitsorganisation Beschreibt die Bedeutung formaler und informeller Organisationsformen bei der Analysen von Arbeitsorganisation im Rahmen beteiligungsorientierter Systementwicklung