Der Zusammenhang zwischen Produkt- und Organisations- entwicklung ist für Softwareproduzenten in der Regel prekär: einerseits wollen sie nicht über die Köpfe anderer hinweg entscheiden, können aber andererseits nicht der Problematik ausweichen, dass technische Medien auf (zwischen-)menschliche Arbeit hinsichtlich ihrer Kontrolle, Struktur und Organisation rückwirken und auf unterschiedliche Interessen stoßen. Die technische Entwicklungsarbeit ist von daher eingreifend, weil ihr Ergebnis nicht nur das technische Artefakt beeinflusst, sondern zugleich auch den Alltag der Anwender verändert.
Mit derartigem Eingreifen verbundene Probleme werden wissenschaftlich von der Aktionsforschung thematisiert. In OTE werden u.a. deshalb Elemente der Aktionsforschung mit Technikentwicklung verbunden. OTE zielt dabei auf einen Technikgestaltungsprozess, der die Handlungsspielräume der Betroffenen erweitert, statt sie durch Technik zu ersetzen. Dies geschieht zum einen durch die Transparenz und Ergebnisoffenheit des Vorgehens, zum anderen durch Partizipation der Beteiligten.
Damit erhöht OTE nicht bloß die Implementierungschancen der zu entwickelnden Technik, sondern antizipiert und organisiert den Implementierungsprozess gleich von Anfang an partizipativ. Auf diese Weise wird die Kontextgerechtheit entsprechend entwickelter Technik gefördert.