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Erfahrung
Erfahrung mit Kopplungsmaßen
Erfahrung:15823
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Beschreibung der Erfahrung
Generell sollte Kopplung minimiert werden. Dies führt zu separat verstehbaren, wiederverwendbaren, wartbaren Einheiten. Die Nutzung von Vererbung hat häufig besonders hohe Kopplung zwischen den beteiligten Klassen zur Folge, weil die oft vorhandenen Schutzmechanismen zum Zugriff auf private Attribute außer Kraft gesetzt werden. Vererbung ist falsch eingesetzt, wenn sie lediglich der Einsparung von ein paar Zeilen Code dient (zum Beispiel um Zugriff auf Attribute zu erlangen). Bei richtiger Verwendung ist die abgeleitete Klasse eine tatsächliche Spezialisierung ihrer Basisklasse.

Besonders kritisch sind Strukturen, bei denen Software-Artefakte zyklisch voneinander abhängen. In diesem Fall müssen alle am Zyklus beteiligten Artefakte als Monolith aufgefasst werden. Aufgrund gegenseitiger Abhängigkeiten können die Teile nicht unabhängig von einander verstanden, entwickelt, getestet und integriert werden. Vor allem die arbeitsteilige Entwicklung von Software fällt unter diesen Bedingungen schwer.

Zuse [Literatur A Framework of Software Measurement] behauptet, die Ausprägung des Merkmals Kopplung kann zur Vorhersage bestimmter Programmieraufwände verwendet werden. In der Entwurfsphase ist Kopplung mit der Schwierigkeit verbunden, das System in unabhängige Teilsysteme zu untergliedern. In der Wartungsphase steht Kopplung im Zusammenhang mit dem notwendigen Aufwand, ein System zu ändern beziehungsweise mit der Anzahl von Defekten, die infolge der Änderung in das System eingebracht werden.

Es gibt kein Standardmaß für Kopplung und eine automatische Klassifizierung in die zuvor (siehe: Kopplung) genannten Kategorien ist zumindest schwierig. Kopplung wird oft durch das Zählen der Anzahl von evtl. verschiedenen Arten von Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Artefakten gemessen (siehe auch Überblick Software-Produktmetriken).

Die Messwerte von Kopplungsmaßen nehmen in der Praxis häufig lediglich eine Hinweisfunktion ein - die Resultate lassen häufig zu viele falsch Positive Fehler (siehe Fehler, Vollständigkeit und Korrektheit von Vorhersagen) zu, als dass man definitive Aussagen bzgl. eines fixen Grenzwertes machen könnte. Coad und Yourdon [Literatur Objektorientiertes Design] geben beispielsweise an, dass Funktionen nicht mehr als drei Parameter haben sollten, schränken aber sofort ein, dass eine Funktion mit vier Parametern nicht notwendigerweise schlecht sei. Lorenz und Kidd [Literatur Object-Oriented Software-Metrics] verzichten bei Kopplungsmaßen gänzlich auf die Angabe von Grenzwerten. Der Erfahrung nach lohnt es sich jedoch in einem konkreten System, jeweils ein Perzentil der Artefakte mit den größten Messwerten genauer zu dahin prüfen, ob eine Verminderung der Kopplung möglich ist (siehe auch: Vorgabe durch Relativierung im untersuchten System).
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