In Kooperation mit der SQS AG (http://www.sqs.de ) sowie der Software-Tomography GmbH (http://www.software-tomography.de ) wurde am Lehrstuhl Software-Systemtechnik der BTU Cottbus eine Fallstudie zum Thema statische Programmanalysen durchgeführt.
Ziel der Studie war es darzustellen, welche Arten statischer Programmanalyen zur Qualitätseinschätzung großer Software-Systeme durchführbar sind und welche Aussagen bezüglich der internen Qualität von Software-Produkten zu erwarten sind. Dazu wurden verschiedene Analysen anhand mehrerer Versionen der Open Source Entwicklungsumgebung "Eclipse" durchgeführt. Die Fallstudie schildert Ergebnisse folgender Untersuchungsformen:
Software-Produkt-Metriken werden in der Studie zur Darstellung der Systemgröße und der Veränderung der Größe über mehrere Versionen genutzt.
Im Architekturcheck wird geprüft, in wie weit eine geplante Zerlegung des Systems in Teilsysteme und geplante Abhängigkeiten unter diesen tatsächlich umgesetzt wurden.
Eine Schnittstellenanalyse zeigt illegale Nutzungen von Modulen vorbei an definierten Schnittstellen auf.
Die Aufdeckung unterwünschter globaler und lokaler Strukturen ("bad smells") zeigt konkretes Verbesserungspotential im Feinentwurf auf.
Die Suche nach Quellcodeduplikaten deckt durch "Cut and Paste"-Wiederverwendung drohende Wartungsprobleme auf.
Die Prüfung von Programmierrichtlinien weist auf fehleranfällige Programmkonstrukte hin und sichert die Konsistenz des Quellcode-Layouts wodurch die Verstehbarkeit erhöht wird.
Bei einigen Analysen wurde zwischen Systemteilen hinsichtlich ihrer Herkunft (Eclipse-Kern oder Open Source) differenziert, um daraus resultierende Strukturunterschiede aufzuzeigen.
Die Fallstudie ist in folgendem Artikel dokumentiert:
M. Bennicke, W. Bischofberger, F. Simon: Eclipse auf dem Prüfstand - Eine Fallstudie zur statischen Programmanalyse, in OBJEKTspektrum, Ausgabe 05/2003.