Bei verfahrenstechnischen Anwendungen liegt die Herausforderung bei der Problemlösung in der Regel nicht in der programmiertechnischen Erstellung der Software, sondern im Verstehen der physikalischen Abläufe und im Auffinden geeigneter Lösungen. Abbildung 1 deutet das Problem am Beispiel Glasziehprozess [Erfahrungen beim Messen, Steuern und Regeln mit Fuzzy-Logic], einem kontinuierlichen Prozess an. Hier sind z. B. schwerpunktmäßig ingenieurmäßige Probleme aus der Regelungstechnik zu lösen und weniger Probleme aus dem Informatikbereich. Das Gleiche gilt natürlich auch für diskrete Prozesse, wie z. B. denen innerhalb flexibler Fertigungssysteme, oder hybride Prozesse, wie z. B. Batch-Prozessen aus der Chemieindustrie.
Beispiel für technische Prozesse: Glasziehprozess
Auch bei überwiegend Software-orientierten Projekten ergeben sich oft anspruchsvolle Problemstellungen, die nicht mit dem ursächlichen Erzeugungsprozess von Quellcode zusammenhängen. Spätestens dann, wenn die Software in Verbindung mit der Hardware zum Einsatz kommen soll, stellen sich Fragen der Art:
Wie legt man die Hardware-Architektur aus?
Wie verteilt man die Anwendung auf die einzelnen CPUs?
Welche Bandbreiten werden zum Informationsaustausch benötigt?
Welche Antwortzeiten sind bei einer vorgegebenen Auslastung eines Übertragungsmediums zu erwarten?
Wie wird das System mit Hardware-Komponentenausfällen fertig?
Welche Aussagen können zur Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Gesamtsystems gemacht werden?
Die Abbildung illustriert die Problematik.
Verbindung Software und Hardware
Die Methoden Modellbildung und Simulation sind geeignet, Probleme dieser Art zu lösen.