Die ergonomische Gestaltung von interaktiven Systemen, insbesondere von Softwaresystemen, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Früher gab man sich damit zufrieden, wenn ein Programm den gewünschten Funktionsvorrat aufwies, damit die Arbeitsaufgaben effektiv durchgeführt werden konnten. Die Bedienung wurde mit der Zeit erlernt und wer damit Schwierigkeiten hatte, musste sich eben mehr Mühe geben. Die Qualität von Software-Produkten hat sich bis heute nicht dramatisch verbessert. Allerdings hat man heutzutage die Vorteile einer intuitiven und effizienten Bedienung erkannt. Seit dem 1.1.2000 ist die Forderung nach „benutzerfreund- licher“ Software sogar im Arbeitsschutzgesetz rechtlich verankert.
Die Umsetzung des Ziels, gebrauchstaugliche SW zu entwickeln, besteht zum einen darin, interaktive Systeme so zu gestalten, dass sowohl die Effektivitäts- als auch die Effizienzanforderungen ihrer Benutzer erfüllt werden und sie somit ihre Arbeit ohne systembedingte Beeinträchtigungen erledigen können. Weiteres Ziel ist die Zufriedenheit der Benutzer mit ihren Arbeitswerkzeugen. Hierzu ist die Einbindung künftiger Benutzer in Entwurf und Design eines Systems unabdingbar. Szenarien stellen dabei ein Mittel dar, Kommunikationsbarrieren zwischen Benutzern und Entwicklern zu vermeiden.
Zum anderen kann benutzerorientiertes Vorgehen bei der Systementwicklung einen wichtigen Beitrag zur Arbeits- und Organisationsentwicklung liefern.