Bereits seit 1997 arbeitet die Deutsche Flugsicherung GmbH in ihrem Programm "VAFORIT" (Very Advanced Flight Data Processing Operational Requirement Implementation) an der Umsetzung der Flugleitsysteme der nächsten Generation. Aufgrund der erwarteten Zunahme des Flugverkehrs im ohnehin bereits dicht bevölkerten europäischen Himmel, werden genauere und effektivere Systeme benötigt, um den Flugverkehr sicher zu lenken.
Die korrekte Umsetzung der sogenannten "Very Advanced" -Funktionalität ist eine ambitionierte und technologisch herausfordernde Zielstellung, die mit hohen Entwicklungskosten verbunden ist. Der Erhalt dieser Investitionen in Form einer über lange Zeit einsetzbaren Software und damit verbunden ihrer "Wartbarkeit" ist folglich ein wesentliches Entwicklungsziel. Für einige Anforderungen kann bereits jetzt ein gewisser Grad an Änderungen, die sich in vorzunehmenden Änderungen an der Software widerspiegeln, vorhergesagt werden. Die erwartete Lebenszeit für Flugleitsysteme beträgt 10 bis 15 Jahre.
Die Qualitätssicherung fokussiert daher nicht allein auf eine umfangreiche Prüfung der korrekten Systemfunktionen, sondern ebenso auf die innere Systemstruktur mit dem Ziel, diese Änderungen und Korrekturen mit minimalem Aufwand zu ermöglichen. Manuelle Reviews können zu diesem Zweck aufgrund des Umfangs des Systems (Millionen Zeilen Quellcode) nur stichprobenartig durchgeführt werden. Der Einsatz von Software-Metriken kann solche Reviews anleiten, indem die vermutlich gröbsten Verstöße gegen zuvor gesetzte Entwurfsziele automatisch identifiziert werden.
Der Bericht New Metric Application schildert Ergebnisse einer Kooperation zwischen der BTU Cottbus und der Deutschen Flugsicherung GmbH zum Einsatz von Software-Metriken im VAFORIT-Programm. Beispiele realer Projektsituationen werden genannt.