Durch die vorherrschende Vielfalt von Hard- und Softwareplattformen ist es notwendig geworden, eine systemübergreifende Basis (sog. Middleware) zur Entwicklung verteilter Anwendungen zu entwickeln, um den Softwareentwickler davon zu befreien, für jedes zugrunde liegende System die notwendige Funktionalität zur rechnerübergreifenden Kommunikation selbst zu entwickeln. CORBA ist eine von der OMG standardisierte, objektorientierte Architektur, die das grundlegende Problem durch eine Entkopplung von Objektbeschreibung und implementierter Funktionalität löst.
Die Festlegung der Objektrepräsentation geschieht mit der Sprache IDL (Interface Definition Language). Eine automatische Abbildung dieser Spezifikation mittels eines Compilers auf ein konkretes Programmiersprachenobjekt ermöglicht einer CORBA-Implementation die räumliche Verteilung von Objekten vor dem Programmierer zu verbergen. Grundlegendes Element einer CORBA-Implementierung ist der ORB (Object Request Broker), dessen Zuständigkeit während der Laufzeit des Systems darin liegt, Aufrufe an entfernten Objekten abzuwickeln. Weiterhin werden Services zur Verfügung gestellt, die neben der reinen Kernfunktionalität ausgefeilte Mechanismen anbieten, z.B. einen Namensmechanismus, die Unterstützung von Transaktionen oder das "Trading", d.h. die Auswahl bestimmter Dienstobjekte anhand von gewählten Kriterien.