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Verfahren
Nachrichten - Teil 2
Methode/Technik:22315
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Beschreibung
In der Konzeption des Projekts ESF (European Software Factory) spielt die Benutzung von Nachrichten als Integrationsbasis für Werkzeuge eine wichtige Rolle. Werkzeuge sind eine Menge von Services [FNO92], wobei ein Service als "an atomic operation the user cannot interrupt once it has started" definiert ist. Die Definition lässt Konzepte zu, die es ermöglichen, wiederverwendbare Software-Komponenten zu erstellen und diese nach Bedarf in verschiedenen Kombinationen zusammenzusetzen. Hierzu wird der SoftwareBus eingeführt, der als Vermittler den Austausch von Nachrichten in der ESF-Architektur unterstützt.

Die in diesem Abschnitt bisher betrachteten Ansätze setzten Nachrichten ein, um Werkzeuge mit Werkzeugen kommunizieren zu lassen. Es handelte sich demzufolge um funktionsorientierte Ansätze in dem Sinn, dass kein direkter Bezug mehr auf die Daten genommen wird. Einzige Ausnahme ist dabei ToolTalk, welches mit seinem einfachen Objektbegriff erlaubt, eine Kapselung von Daten dergestalt vorzunehmen, dass die Menge der Funktionen, die auf den Daten arbeiten sollen, durch die Schnittstelle des Objekts gegeben sind.

Ein verbreiteter funktionsorientierter Ansatz ist die Glossar Common Object Request Broker Architecture (CORBA), ein Bestandteil der Object Management Architecture (OMA). CORBA ist eine Architektur, die als Kern ebenfalls eine Vermittlungsinstanz für Nachrichten hat, aber als Sender und Empfänger von Nachrichten Objekte einführt. Der Ansatz geht weiter als das in ToolTalk praktizierte Konzept, Objekte zu definieren. In ToolTalk ist der Objektbegriff ein Konzept neben anderen, während es in einem CORBA-basierten System ausschließlich Objekte gibt. Die Nachrichten werden nicht als unabhängige Elemente verschickt, sondern entsprechen Methodenaufrufen auf Objekten. Die Schnittstellen der Objekte werden dabei in einer speziellen Spezifikationssprache, der Interface Definition Language (IDL) beschrieben.

Im Gegensatz zu den anderen in diesem Abschnitt beschriebenen Ansätzen ist mit CORBA keine konkrete Implementierung verbunden. Verschiedene Implementierungen sind möglich, die durch ein spezielles Protokoll miteinander verbunden sind. Auch die mit IDL spezifizierten Objektschnittstellen sind zunächst programmiersprachenunabhängig. IDL-Spezifikationen werden durch Generatoren in konkrete Programmiersprachen überführt, so dass die Low-Level-Techniken der Verbindung dem Entwickler selbst verborgen bleiben. Implementierungen in verschiedenen Programmiersprachen können gemeinsam eingesetzt werden. Damit wird, bezogen auf die Implementierung von neuen Objekten und deren Einbindung in bestehende Umgebungen eine weitgehende Flexibilität erreicht. Um diese zu steigern, sind zusätzliche Möglichkeiten vorgesehen, um konkrete Aufrufe einer Methode erst zur Laufzeit zu formulieren. Es ist darüber hinaus möglich, die Spezifikation von Methoden in einem Repository abzulegen, aus dem die Informationen abrufbar sind.

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Literatur:

[FNO92]
Christer Fernström, Kjell-Haken Närfelt, Lennart Ohlsson: Software Factory Principles, Architecture and Experiments, In: IEEE Software, Vol. 9, No. 2, S. 36-44, 1992.
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