Einstieg
Aktuelle Herausforderungen der Softwareentwicklung
Eintrags-ID: 22921
Folgende Punkte bei der Softwareentwicklung im Bereich Telekommunikation werden von Experten als besonders problematisch angesehen:

  • Ein enormer Zeitdruck innerhalb der Branche (Time-To-Market), der letztlich zu immer kürzeren Entwicklungszyklen führt. Der Zeitdruck macht sich gerade in späten Ent-wicklungsphasen – also Test/Verifikation/Validation – bemerkbar, hat aber oftmals bei allen Entwicklungstätigkeiten eine Verschlankung des Software-Lebenszyklus hin zu agilen Methoden zur Folge. („Mangelnde Sorgfalt“ wurde in diesem Zusammenhang als weitere Nebenwirkung des hohen Zeitdrucks von einem Experten vermutet.)
  • Die Möglichkeit zum kontinuierlichen Verbessern von Entwicklungsprozessen
  • Das Fehlen einer einheitlichen und durchgängigen Werkzeug- und Methodenkette
  • Das Nachverfolgen von Anforderungen im gesamten Entwicklungsprozess
  • Die Vielfältigkeit der Konfiguration, speziell bei Produktlinienentwicklungen
  • Im Festnetzbereich: Die Wartung zentraler Switches, die aufgrund hoher Zuverlässigkeitsanforderungen extrem kurze „downtimes“ aufweisen müssen (Fehler in einem solchen Switch können „Kosten im 6- bis7-stelligen Bereich“ verursachen.).
Im Zusammenspiel mit dem Kunden werden vor allem im Bereich Requirements Engineering und speziell dort die nachfolgenden Punkte als kritisch bzw. problematisch angesehen:
  • Konkretisierung der anfänglich meist sehr abstrakten Kundenideen. („Oft weiß der Kunde selbst nicht genau, was er will …“)
  • Eindeutigkeit und Vollständigkeit der Anforderungen
  • Große Menge an Anforderungen („Eine CD voll …“.)
  • Häufiges nachträgliches Ändern und Erweitern von Anforderungen. Damit einherge-hend, das Einhalten von Lieferfristen infolge einer sukzessiven Aufblähung des Pro-duktumfangs
  • Kommunikation mit dem Kunden oft noch ungenügend kanalisiert.
Bei Methoden und Technologien werden nahezu übereinstimmend Reifegradmodelle genannt. Hier wird – auch mit Seitenblick auf die Automobilbranche – SPICE der Vorzug vor CMM gegeben. Ein weiteres Thema sind Produktlinien. Diese nehmen zumindest im Handy-Bereich schon länger eine wichtige Rolle ein, haben sich mittlerweile bewährt und werden auch weiterhin aufgrund der drastischen Auswirkungen (enorme Variantenbildung) verstärkt diskutiert. Mit nicht ganz so starkem Interesse wird derzeit die Entwicklungen im Bereich UML (Modellierung) verfolgt. (Ein Unternehmen, das bereits Erfahrung mit der Einführung von UML gesammelt hatte, wies darauf hin, dass die erforderlichen Umstellungen extrem schwierig zu motivieren seien, da von den Entwicklern erfahrungsgemäß an den gewohnten, etablierten Vorgehensweisen festgehalten wird.)

Als aktueller IT-relevanter Trend wird vorwiegend von großen Unternehmen der TK-Branche der Aspekt „Outsourcing“ genannt. Zeit- und Kostendruck – also Time-To-Market und return-on-invest – werden hier übereinstimmend als zugrunde liegende Motivation identifiziert. (Im Zusammenhang mit Outsourcing wurde denn auch von einem Unternehmen, die eher grundsätzliche Frage nach der Organisation bzw. Aufstellung der Software-Entwicklung innerhalb des Unternehmens aufgeworfen. Vereinzelt wird hier Zentralisierung als erfolgversprechende Strategie gesehen.) Weitere, von den befragten Experten beobachtete Trends der TK-Branche sind der Wechsel von leitungsgebundenen hin zu IP-basierten Infrastrukturen, die Integration der Telekommunikation in andere, bereits existierende Dienste – insbesondere im Multimedia-Bereich -, sowie eine zunehmende Bedeutung des Bereichs „E-Business“.
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