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Glossareintrag
Frames
Glossar:2406
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Erläuterung
In der Wissensrepräsentation bezeichnen Frames die Menge gemeinsamer Merkmale von Wörtern als ein bedeutungsbildendes Schema. Der dafür aktivierte Frame ist ein Beschreibungsmuster, das in verschiedenen Kontexten den Begriffshorizont eingrenzt, Bedeutung präzisiert und semantische Kontexte definiert. Jeder Frame enthält einen Hinweis auf den kontextbestimmenden Oberbegriff oder Prototyp. Das konkret zu beschreibende Wissenselement wird durch die Slot-Filler-Konstruktion (Merkmalstruktur) als Variation gegenüber dem Prototyp in seiner spezifischen Bedeutung bestimmt. Filler können in Unterframes auch wieder als Slots fungieren. Ein wichtiger Faktor bei der Verwendung von Frames ist die Klasse-Merkmal-Struktur, die die Bildung von Instanzen zulässt. Einzelne Subklassen können so den Prozess der Konkretisierung und Spezialisierung von begrifflichen Frames realisieren. Die untergeordneten Instanzen erben die Merkmale der übergeordneten Frames, ohne dass diese Eigenschaften noch einmal angeführt werden müssen. Für noch nicht feststehende Werte werden vorab Annahmen getroffen, die zu Erwartungen führen. Dazu werden die einzelnen Slots mit spezifischen Informationen ausgefüllt und im Falle momentaner Unentscheidbarkeit durch Annahmen ergänzt. Insofern modelliert die Frame-Repräsentation semantische Erwartungshorizonte und spezifische Kontexte von Wortfeldern als Bedeutungsentitäten eines abstrakten Oberbegriffes. Frames können auch temporäre und kontextabhängige Gültigkeitsbereiche von individuellen Instanzen (Objekten) angeben. Sie besitzen ähnliche Beschreibungsmöglichkeiten von Begriffen als Wortklassen und spezifischen Attributen wie in der objektorientierten Programmierung. Die wichtigsten Charakteristika der Frame-Repräsentation lassen sich wie folgt darstellen:

  1. Gruppierung der Informationen um Objekte (Objektorientierte Wissensrepräsentation)
  2. Vergleichbarkeit von Objekten innerhalb der gleichen Begriffshierarchie (Vererbung von Eigenschaften)
  3. Verknüpfung von Objekten mit Prozessen (Methoden zur Steuerung der Wissensverarbeitung)
  4. Beschreibung von Objekten aus mehrfachen Perspektiven (Sichten-Konzept)
Quelle der Definition
Knowledge Management im Fh-IGD/Fh-FIRST-Verbund.
Weitere Definitionen
"Die Merkmale, auch Slots genannt, werden als offene Stellen mit Variablencharakter betrachtet, die je nach zu beschreibender Entität durch spezifische Merkmalswerte - sogenannte Filler - zu belegen sind." (Helbig, H., Künstliche Intelligenz und automatische Wissensverarbeitung, Hagen, 2.Aufl.1996, S.79).
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