Dieses MDA-Projekt des Lehrstuhls für Angewandte Telematik/e-Business an der Universität Leipzig beschäftigt sich mit zwei Ansätzen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Zum einen sind dies modellgetriebene Entwicklungsansätze, wie sie von der Object Management Group unter MDA vorangetrieben werden. Zum anderen sind es agile Methoden, die großen Wert auf kurze Build-Zyklen, kontinuierliche Anwenderinvolvierung und Konzentration auf Codierung legen. Ihr Lösungsansatz lautet „Agile MDA“ oder einfach „Leipziger Softwareprozessmodell“ (LSP) und versucht, beide Welten miteinander zu verbinden. Das Softwareprozessmodell wird auf der Grundlage des Austausches mit den Experten kontinuierlich weiterentwickelt. In diesem Transferprojekt werden dreimal jährlich Experten aus der Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch zusammengebracht. Neben den Praxisvorträgen finden akademische Vorträge mit den Themen wie MDA, UML 2.0, aspektorientierte Programmierung, Testen von Frameworks und Generieren von Generatoren statt. Prof. Dr. Volker Gruhn ist der Ansprechpartner für dieses Projekt.
Viele der heutigen Softwaremodellierungstools sind für Entwickler nicht oder nur wenig hilfreich, da sie oft als reine Dokumentationswerkzeuge benutzt werden oder nur Codegerüste aus statischen Modellen erzeugen können. Die Folge ist, dass Modelle aus den Analyse- und Entwurfsphasen während der Implementierung nicht mehr ausreichend gepflegt werden und somit die Modelle nicht mehr das aktuelle Design des Codes reflektieren. Der Forschungsbereich Model Driven Architecture der Universität Ulm beschäftigt sich mit der Frage, wie mächtigere Softwareentwicklungswerkzeuge entwickelt werden könnten, welche die Synchronisation von Analyse/Entwurfs- und Implementierungsartefakten unterstützen bzw. sicherstellen können, ohne den Entwickler in seinen bisherigen Implementierungsmöglichkeiten zu sehr einzuschränken.
Das Kompetenzzentrum Model Driven Software Engineering der TU München befasst sich mit allen Aspekten zur Verwendung und Verfolgung von Modellen auf unterschiedlichen Stufen der Entwicklungsprozesse. Die Forschungsgebiete beziehen sich auf Anforderungen, Architekturen, Wiederverwendung, Sprachen und Tools, Entwicklung und Codegeneration. Außerdem konzentrieren sie sich zurzeit auf die Entwicklung und den Einsatz von CASE-Tools sowie auf das modellbasierte Testen. Für das Kompetenzzentrum verantwortlich sind Dr. Alexander Pretschner und Dr. Bernhard Schätz.