Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Tailoring von Vorgehensmodellen
Jedes IT-Vorhaben ist durch projektspezifische Zielvorgaben und besondere Projektumgebungen einzigartig. Um diesem Tatbestand Rechnung zu tragen und um Erfahrungen aus vergangenen Projekten einfließen zu lassen, müssen die Vorgehensmodelle der Softwareentwicklung angepasst werden. Dieser Prozess wird als Tailoring – englisch zuschneidern oder maßschneidern – bezeichnet.
Um verwertbare Informationen über das Tailoring von Vorgehensmodellen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu evaluieren, wurde im Rahmen des Berlin-Brandenburger Software-Forums eine Umfrage zum Thema „Tailoring von Vorgehensmodellen“ unter dem Titel „Softwareentwicklungsprozesse anwendbar machen“ durchgeführt.
Aus der Umfrage kann konstatiert werden, dass die Anwendung von festgelegtem Vorgehen in Softwareprojekten bei knapp dreiviertel der befragten Unternehmen weit verbreitet ist. Als Hauptgründe wurden „Vereinfachungs-„ und „Effizienzaspekte in der Projektdurchführung“ genannt.
Vorbilder für das festgelegte Vorgehen sind schwerpunktmäßig die Vorgehensmodelle „Extreme Programming“ und die „Eigenentwicklung“. Als Anpassungsprobleme der Vorgehensmodelle an das festgelegte Vorgehen wurden drei Aspekte identifiziert. Erstens die „Festlegung der Anpassungskriterien“, zweitens die „Identifizierung von obligaten Teilen des Vorgehensmodells" und drittens die Identifizierung von fakultativen Teilen des Vorgehensmodells“.
Unternehmen, die kein festgelegtes Vorgehen während der Softwareentwicklung einsetzen, nennen die „Schwerfälligkeit der Abläufe“ und die „Erzeugung zusätzlicher Arbeit“ als Hauptgründe für ihre Entscheidung.
Die vollständige Umfrage ist unter Downloads beziehbar.