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Verfahren
Prozessablauf II
Methode/Technik:27046
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Beschreibung
In Aktivitätsdiagrammen kann man neben Kontrollfluss auch Datenfluss und Zuständigkeiten modellieren. Ein Beispiel dafür ist der Geschäftsprozess „Nachträgliche Meilengutschrift“, der in der folgenden Abbildung gezeigt wird.

Abbildung 2

Abbildung 1:Der Ablauf des Geschäftsprozesses "Nachträgliche Meilengutschrift"


Der zugrunde liegende Sachverhalt ist, dass manchmal Passagiere nachträglich eine Meilengutschrift für einen Flug einfordern. Dieser Anspruch muss durch den Kontrollabschnitt der Bordkarte des entsprechenden Fluges belegt werden, es ist also eine Briefsendung oder zumindest ein Fax erforderlich. Die Einsendung wird in der Poststelle entgegengenommen, die verschiedenen Teile (z. B. Anschreiben und Belege) gegebenenfalls digitalisiert und als elektronische Akte im virtuellen Postkorb des Sachbearbeiters abgelegt. Der prüft dann den Antrag auf nachträgliche Meilengutschrift. Entweder werden dem Passagier die entsprechenden Meilen gutgeschrieben oder der Antrag wird abgelehnt (z. B. weil die Frist verstrichen ist). In letzterem Fall wird dem Passagier die Begründung per Brief mitgeteilt und die Kontrolle an den Sachbearbeiter zurückgegeben. Der Kontrollfluss des Briefversands endet mit einem FlowFinalNode (dt.: Datensenke): Solche Endzustände nehmen Marken auf, die daraufhin keine weitere Wirkung mehr haben. In dem anderen Kontrollfluss schließt der Sachbearbeiter den Fall ab und es wird ein (echter) Endzustand erreicht. Wenn dieser Zustand erreicht wird, wird die gesamte Aktivität beendet und damit ist der Geschäftsprozess insgesamt beendet.

Das Diagramm in Abbildung 2 zeigt vier Beteiligte an, den „Passagier“, die „Poststelle“ (von Albatros Air), einen „Sachbearbeiter“ und das „AlbatrosMeilen“-System. Jeder der Beteiligten ist in einer Partition (dt.: Partition) dargestellt. In UML 1 hießen Partitionen nach Schwimmbahn (engl. swim lane)). Wenn eine Aktion innerhalb der Partition eines Beteiligten dargestellt ist, wird damit ausgedrückt, dass es dieser Beteiligte ist, der die Aktion ausführt. Partitionen können auch horizontal gelegt werden. Zwischen den Beteiligten werden teilweise Dinge bzw. Daten ausgetauscht, z. B. geht ein „Brief“ vom Passagier an die Poststelle und ein „Antrag“ von der Poststelle zum Sachbearbeiter. Im Diagramm sind beide durch ObjectFlowNodes (dt.: Objektflussknoten) dargestellt, der „Brief“ ist zusätzlich mit einem visuellen Stereotyp markiert. An Abbildung 2 lassen sich drei wichtige Querbezüge zwischen verschiedenen Modellen festmachen. Erstens sollten die Beteiligten in der gleichen Form im Kontextdiagramm auftauchen (siehe Abbildung 6.1 Literatur UML 2 für Studenten).

Offensichtlich ist dies nicht der Fall: Die Aktoren „Poststelle“ und „Sachbearbeiter“ fehlen dort. Zweitens verweisen Objektflussknoten auf Klassen in Analyse-Klassendiagramme. Auch hier ist festzustellen, dass „Brief“ und „Antrag“ in Abbildung 5.2 (siehe Literatur UML 2 für Studenten). fehlen. Drittens sind die Aktionen
Nutzfälle der jeweils zuständigen Subsysteme. In Abbildung 2 gibt es lediglich
einen einzigen Schritt, der maschinell erledigt wird, nämlich „Meilen gutschreiben“.
Damit ist der gleichnamige Nutzfall aus dem Nutzfallinventar von Abbildung 9.8 (siehe Literatur UML 2 für Studenten) gemeint. Die Ursache für diese Inkonsistenzen liegt offenbar darin, dass im Prozessinventar (siehe Abbildung 9.3 Literatur UML 2 für Studenten) der Geschäftsprozess „Nachträgliche Meilengutschrift“ fehlt, dieser Fall dort also implizit ausgeschlossen wurde. Spätestens jetzt sollte der Wert eines Kontextdiagramms und eines korrekten und vollständigen Prozessinventars deutlich werden.

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