Zu den schwierigsten Aufgaben in der Informatik-Praxis gehört die Einführung neuer Methoden und Werkzeuge in den Software-Entwicklungsprozess [ Wall90]. Neben rein technischen Problemen gilt es eine Reihe von sozialen Problemen zu lösen. Für gewöhnlich sind mit der Einführung neuer Methoden und Werkzeuge erhebliche Veränderungen in der "Informatik-Kultur" und im Arbeitsstil der betroffenen Mitarbeiter verbunden.
Neben dem Aufzeigen der Vorteile der Einführung neuer Methoden und Werkzeuge, z.B. Erschließung der Rationalisierungs- und Qualitätssicherungspotentiale, ist die Beteiligung aller Betroffenen eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Vorhabens. Weitere kritische Erfolgsfaktoren für die Einführung von Software Engineering-Maßnahmen sind die Berücksichtigung des Reifegrads des Entwicklungs- und Pflegeprozesses sowie die Integration der Maßnahmen im Vorgehensmodell der Software-Entwicklung.
Die Einführung einer neuen Technik ist in der Regel nicht ausschließlich durch die bereits im eigenen Haus vorhandenen Sach- und Fachkenntnisse zu bewältigen, sondern wird meist effizienter durch externe Berater vorgenommen [ Wall90]. Diese sind häufig didaktisch und psychologisch besser geschult als interne Mitarbeiter und sehen anstehende Probleme und deren Lösungen schneller. Es ist zumeist wirtschaftlicher und führt schneller zum Ziel, ein Werkzeug oder Schulungsprogramm von Externen erstellen zu lassen, als es im eigenen Haus zu entwickeln. Hinzu kommt, dass Neuerungen, die von externen Beratern vorgeschlagen werden, schneller akzeptiert werden, als wenn sie von einem Mitarbeiter der eigenen Firma geäußert werden.