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Im industriellen Umfeld gibt es mittlerweile einige Werkzeuge und Plattformen für die Erstellung verteilter Steuerungsanwendungen. Diese geben vor allem bei der Erstellung und Wartung verteilter Steuerungsanwendungen Hilfestellung, erlauben die Integration verschiedener Tools, die den Lebenszyklus eines Automatisierungssystems abdecken, und erleichtern das Handling von verteilten Ressourcen, jedoch unterstützt keines den Standard IEC 61499.
Beispielhaft werden die folgenden Tools kurz vorgestellt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
- L-Force Engineer von Lenze Drive Systems,
- SIMATIC iMAP von Siemens, und
- IndraWorks von BoschRexroth.
L-Force Engineer
Die deutsche Firma Lenze Drive Systems bietet mit dem L-Force Engineer eine Engineering-Suite an, mit der der gesamte Lebenszyklus eines verteilten Automatisierungs-systems von der Planung über die Inbetriebnahme bis zur Produktion und Diagnose abgedeckt wird, wobei hierbei hauptsächlich die Produktreihe der L-Force Antriebs- und Automatisierungssysteme unterstützt wird. Zur Projektierung stehen die folgenden Tools zur Verfügung: Hardware-konfigurator, Netzwerkkonfigurator, Verschaltungseditor, Funktionsblockeditor sowie grafische Parametrieroberflächen. Zur Inbetriebnahme und Handling des Systems während der Laufzeit sowie zur Diagnose stehen ebenso grafische Benutzeroberflächen zur Verfügung. „Der Engineer“ bildet somit eine integrierte Softwareumgebung zur Erstellung verteilter Automatisierungsanlagen.
SIMATIC iMAP
Das iMAP-Tool der Firma Siemens ist ein herstellerübergreifendes Engineering-Tool, das verteilte Anwendungen anlagenweit und herstellerübergreifend zusammenführt und das beim Aufbau komplexer modularer Maschinenkonzepte wesentliche Unterstützung liefert. Die Projektierung der Kommunikationsverbindungen erfolgt hierbei grafisch durch Ziehen von Linien ohne weiteren Programmieraufwand. Die Komponenten werden auf dem Verschaltungsplan unabhängig vom Bussystem dargestellt, so dass sich der Anwender direkt auf den technologischen Prozess unabhängig von der unterlagerten Hardware konzentrieren kann. Mit Hilfe von Test- und Diagnosefunktionen ist das Testen und Debuggen der erstellten Anwendung möglich, zudem kann das gesamte System online in Betrieb genommen werden. Um eine herstellerübergreifende und systemtunabhängige Arbeitsweise zu ermöglichen, wurden Standards wie XML und OPC integriert.
IndraWorks
Die Engineering Suite IndraWorks von BoschRexroth soll das Engineering und Handling der gesamten Rexroth-Produktpalette über ihren gesamten Lebenszyklus abdecken. Bei der Engineering Suite wird zwischen der Infrastruktur (Framework) und den eigentlichen Werkzeugen unterschieden. Das Framework bietet ein gemeinsames Datenmodell für alle Informationen (Software, Geräte, usw.) an und stellt ein gemeinsames Datenmodell zur Verfügung. Auch ist es möglich, externe Tools (SCADA, Konfigurations-Tools) in das Framework zu integrieren. Das Framework erlaubt eine hohe Skalierbarkeit der Anwendung und kann so zielgerichtet auf das konkrete Automatisierungssystem angepasst werden. Dies verringert die Komplexität und erlaubt eine Vereinfachung des Engineering-Prozesses. Durch die Verwendung von XML als standardisiertes Datenaustauschformat wird es ermöglicht, die verschiedenen Komponenten in unterschiedliche Plattformen zu integrieren.
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