Der Gerätehersteller (siehe Lebenszyklus einer Automatisierungsanlage) steht am Anfang der Integrationskette des hier zugrunde liegenden Engineering-Prozesses (siehe Engineering für Steuerungssoftware) Er liefert die einzelnen Module und Komponenten, aus dem der Systemintegrator komplexe Maschinen und Anlagen fertigt. Laufende Kosten entstehen für den Gerätehersteller nicht nur in der direkten Fertigung der Geräte, vielmehr entstehen aufgrund des steigenden Softwareeinsatzes auf Geräten auch Wartungskosten für diese Software.
Die nachfolgende Studie ist in Zusammenarbeit mit einem Gerätehersteller im Rahmen der Umsetzung des vorgestellten Engineering-Prozesses entstanden.
Der Markt für Feldbusgeräte wurde vom Hersteller speziell für sein Produkt auf ca. 100.000-150.000 Stück jährlich geschätzt. Außerdem wurde davon ausgegangen, dass dieser Markt unabhängig von der Einführung neuer Technologien existiert. Die Einführung des neuen Engineering-Prozesses würde also vorerst keinen Einfluss auf die Höhe der Stückzahlen des gesamten Marktes haben. Allerdings wurde weiterhin angenommen, dass dieser neue Prozess den individuellen Marktanteil des Unternehmens um ca. 5% in 8 Jahren erhöht.
Generelle Risiken, die der Gerätehersteller bei der Einführung sah, waren unter anderem:
Die Akzeptanz der neuen Technologie seitens des Kunden ist nicht sichergestellt,
Die Akzeptanz der neuen Technologie seitens des Systemintegrators ist nicht sichergestellt,
Eine breite Palette von Geräten anderer Hersteller, die diesen Engineering-Prozess unterstützen, wäre zur Akzeptanz nötig.
Um den neuen Engineering-Prozess umzusetzen, ging der Hersteller von ca. 100.000€ aufzubringendem Kapital aus. Dies beinhaltet:
Integration neuer und leistungsfähigerer Hardware,
Entwicklung neuer Software für das Gerät,
Kosten für neues Testequipment.
Andererseits wurde angenommen, dass durch den verstärkten Einsatz von Software die Wartungskosten für ein Gerät insgesamt sinken. Treten Fehler in Softwarefunktionen des Gerätes aus, so kann der Systemintegrator einen vom Gerätehersteller bereitgestellten Patch einspielen. Ein Austauschen des Gerätes ist nicht mehr erforderlich.
Den resultierenden Cashflow zeigt folgende Grafik:
Bei der Berechnung wurden die Jahre 2005 bis 2015 bei einem Zinssatz von 6% einbezogen.
Der berechnete NPV ist positiv und liegt bei 578.000€. Der IRR liegt bei 49% und damit über den 6% Zinssatz, das Projekt wird also als vorteilhaft bewertet. Als PBT wurde ein Zeitraum von 5 Jahren angegeben.
Wie bereits anfangs erwähnt, gibt es einige Unsicherheitsfaktoren bezüglich der Steigerung des Marktanteils. Daher wurden die Berechnungen für verschiedene steigende Marktanteile noch einmal durchgeführt. Die Ergebnisse zeigt folgende Tabelle:
Diese Berechnungen zeigen NPV, IRR und PBT für Marktanteile, die um 3%, 5% und 8% in 8 Jahren gestiegen sind.