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Verfahren
Staged Model of Software Evolution
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Dieses Modell von Rajlich beobachtet den Lebenszyklus und die verschiedenen Stadien eines SW-Systems und es bezieht möglichen Qualitätsverlust durch die Evolution ins Modell mit ein. Es teilt den Lebenszyklus eines SW-Systems in fünf Phasen ein (siehe auch die Abbildung):

  • Phase 1 ist die initiale Entwicklung.
  • In Phase 2 findet "gesunde" Evolution statt. Weiterentwicklungen sind möglich und werden konform zu den Architektur-Prinzipien durchgeführt.
  • In Phase 3 ("servicing") fehlt bereits wichtiges Wissen über das System. Änderungen und Erweiterungen werden nur zögerlich durchgeführt. In dieser Phase ist es typisch, Teile des Systems nur noch über "Wrapper" zu nutzen, da Eingriffe in das System als zu riskant angesehen werden. Oft leidet in dieser Phase die Qualität des Systems am meisten.
  • Ist diese Phase erreicht, ist es meist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Ablösung des Systems angestrebt wird (Phase 4, "Phaseout" / Phase 5, "Closedown"), sofern das überhaupt möglich ist. Solange dies nicht möglich ist, muss das System (in der Regel zu hohen Kosten und mit niedriger Produktivität) in der Phase 3 erhalten werden.


Das Staged Model kennt nur eine Richtung für die Evolution von SW-Systemen. Der Abstieg von der "Evolution Phase" zur "Servicing Phase" ist im Wesentlichen in Know-How-Verlust begründet und mit Qualitätsverlust verbunden. Einen Wiederaufbau von Wissen bzw. eine Verbesserung der Qualität kennt das Modell nicht.

Das Staged Model ist ein rein deskriptives Modell, das heißt dass keine Maßnahmen beschrieben werden, die zur Erhaltung der Qualität helfen, bzw. die ein Abdriften in Richtung der "Servicing Phase" rechtzeitig erkennen lassen, um geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Weiterhin liefert es nur eine sehr grobe Einteilung des gesamten Systems in wenigen Stufen. Eine differenzierte Bewertung verschiedener für die Wartbarkeit relevanter Aspekte leistet das Modell nicht. Es betrachtet lediglich die Art, wie Änderungsanforderungen (Change Requests) umgesetzt werden, um eine Einteilung in Phasen vorzunehmen.

Für die Praxis der Wartung ist das Modell insofern hilfreich, als es Unterschiede der SW-Qualität sowie deren Auswirkungen auf die Wartbarkeit berücksichtigt, und Änderungen der Qualität (im Hinblick auf die Wartbarkeit) in das Modell einbezieht. Mit den verschiedenen Phasen, die auf die System-Qualität bezogen sind, stellt es immerhin ein (leider noch wenig differenziertes) Vokabular für Wartungs-Organisationen zur Verfügung.

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