Die Aufwandsschätzung ist ein wichtiger Teil im Rahmen der Projektplanung. Sie dient der Abschätzung der für die Projektdurchführung benötigten Kapazitäten und ist daher ein wesentliches Element bei der Bestimmung der Projektkosten. Nachfolgend werden die gebräuchlichsten Methoden der Aufwandsschätzung vorgestellt.
Die unterschiedlichen Ausgangsgrößen und Vorgehensweisen bei der Aufwandsschätzung für Entwicklungsvorhaben haben in der Praxis zu zahlreichen Methoden geführt. Sie unterscheiden sich sowohl in der Art der Quelldaten für die Aufwandsschätzung als auch in der Form der Ermittlung der Zieldaten. Als Zieldaten ergeben sich meist Schätzgrößen, wie Personalaufwand, Kosten oder Zeitaufwand. Auch sind der Einsatzpunkt bezogen auf den Entwicklungsablauf sowie die jeweilige Einsatzbreite bei den einzelnen Methoden und Verfahren sehr unterschiedlich. Zugrunde liegende Annahme aller Verfahren und Strategien ist es aber, dass die Schätzung auf einer fixen Anforderungsdefinition beruht.
Im Allgemeinen stellt eine Aufwandsschätzmethode einen funktionalen Zusammenhang zwischen bestimmten Produktgrößen (Mengengerüst), Prozessgrößen und den zu schätzenden Aufwänden bzw. Kosten unter Berücksichtigung von Einflussgrößen her. Hierbei ist "funktional" nicht im streng mathematischen Sinn zu verstehen, vielmehr kann jede messbare Entwicklungsgröße, die in irgendeiner Weise mit dem Entwicklungsaufwand in Zusammenhang steht, zu einer Quellgröße einer Aufwandsschätzmethode gemacht werden.
In der Literatur werden die bestehenden Methoden teilweise sehr unterschiedlich klassifiziert. Trotzdem kann man sie vier grundlegenden Klassen entsprechend ihrer "inneren Funktionsweise" zuordnen.