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 | |  |  | | Beschreibung |  | Klasse: Expertenbefragung
Merkmale:
Die Schätzklausur verwendet wie die Delphi-Methode eine streng systematisierte Vorgehensweise. Im Gegensatz zu dieser enthält die Schätzklausur allerdings gruppendynamische Aspekte - die Experten schätzen also nicht anonym, sondern gemeinsam in einem Kollektiv.
Eine Schätzklausur wird in drei nacheinander ablaufende Abschnitte gegliedert:
- Vorbereitung
- Durchführung
- Nachbereitung
Vorgehen:
Vorbereitung:
In der Vorbereitung werden die Projektstrukturpläne in ausreichender Detaillierung gemeinsam ausgearbeitet. Hierbei ist besonders auf Vollständigkeit und Konsistenz dieser Strukturpläne zu achten, da diese die Grundlage für die gesamte weitere Schätzung darstellen. Zudem wird die Aufgabenstellung sowie das gemeinsame Vorgehen in den künftigen Klausursitzungen diskutiert.
Im Einzelnen müssen im Vorbereitungsabschnitt festgelegt werden:
- Größen der zu schätzenden Projektparameter (Aufwandgröße, Jahresstundenanzahl etc.)
- Definition der Projektumgebung (Programmiersystem, Testsystem, Werkzeuge etc.)
- Protokollwesen der Schätzklausur (Sofortprotokoll, Dokumentation der Schätzergebnisse etc. )
- Entwurf eines Schätzformulars (Vorhandenes oder neues)
Durchführung
Der Durchführungsabschnitt umfasst die eigentliche Schätzung. Ausgangspunkt sind die im Projektstrukturplan definierten einzelnen Arbeitspakete. Um nicht jedes Arbeitspaket einer eigenen Schätzung unterziehen zu müssen, bietet es sich an, nur einen Referenzkomplex einer detaillierten fachlichen Untersuchung und einer genauen Aufwandsschätzung zu unterziehen und dieses Einzelergebnis durch Analogieschluss auf die anderen Projektteile zu übertragen.
Liegen die Einzelschätzwerte sehr weit auseinander, dann müssen zwischen den betreffenden Schätzern in Rede und Gegenrede die Gründe für die abgegebene Schätzung dargelegt werden. So lässt sich feststellen, an welchen Punkten eventuell von unterschiedlichen Annahmen ausgegangen worden ist.
Nachbereitung
In der Nachbereitung wird eine erste grobe Projektplanung zum Nachweis der Machbarkeit des Projekts erstellt. Das Ergebnis dieses Nachbereitungsabschnittes ist etwa einem Projektvorschlag gleichzustellen.
Nach einer Schätzklausur können die geschätzten Aufwandswerte mit den entsprechenden Verrechnungssätzen bewertet werden und in eine Projektkalkulation einfließen
Einsatz:
Da der Aufwand und die Zeitdauer für die Schätzklausur sehr groß sind, lohnt sie sich meist nur für große Projekte.
Vor- und Nachteile:
Vorteile:
Da bei der Schätzklausur mehrere Personen aus dem Projekt zusammen diskutieren, wie jedes einzelne Schätzobjekt zu bewerten ist, führt dies zu einer von allen Beteiligten akzeptierten Bewertung, die objektiver ist als der Mittelwert und deshalb nach außen besser zu vertreten ist.
Ein weiterer Vorteil ist, dass bei den Beteiligten das Bewusstsein für die abgeschätzten Unsicherheiten des Projekt geschärft und ein gleichmäßiger Informationsstand im Team erreicht wird.
Nachteil:
Da die Schätzklausur nicht anonym durchgeführt wird, kann es vorkommen, dass der Projektleiter dominiert und durch seinen Einfluß das Schätzergebnis verfälscht wird. |  |
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