Die Menge aller beschriebenen Anforderungen bildet das Anforderungsdokument. Dieses Dokument muss nach IEEE 830-98 folgende Qualitätskriterien erfüllen.
Klare Strukturierung Um das Anforderungsdokument lesbar zu machen, muss es in seinem Umfang begrenzt und nach Kriterien sortiert werden. Das erleichtert dem anvisierten Leserkreis das Lesen des Dokumentes.
Vollständigkeit Das Anforderungsdokument soll alle Anforderungen beinhalten, die relevant sind. Hierzu gehören jede erwünschte Funktionalität des Systems, eingehende Ereignisse, die geforderten Reaktionen des Systems und Anforderungen bezüglich der Qualität, der Reaktionszeiten, der Verfügbarkeit und Bedienbarkeit des Systems. Beschriftung der Diagramme, Grafiken und Tabellen gehören auch zur Vollständigkeit des Anforderungsdokuments. Ebenfalls Bestandteil des Anforderungsdokuments sind hierbei die Quellen- und Abkürzungsverzeichnisse.
Modifizier- und Erweiterbarkeit Es gibt Anforderungen, die nachträglich geändert, neu hinzugefügt oder entfernt werden. Dieser Vorgang erfolgt häufig durch einen Änderungsantrag. Struktur und Aufbau eines Anforderungsdokuments sollen leicht modifizier- und erweiterbar sein, um diese Änderungen im Dokument aufzunehmen. Außerdem sollen Modifikationen immer nur an einer Stelle erfolgen, um die Redundanzen der Anforderung auszuschließen.
Sortierbarkeit Das Anforderungsdokument soll es ermöglichen, die Anforderungen nach verschiedenen Kriterien z.B. nach Wichtigkeit, Detaillierungsniveau, Teilsystemzugehörigkeit, Zugehörigkeit zu einem Use Case usw. zu sortieren.
Gemeinsam zugreifbar In größeren Projekten arbeiten mehrere Personen an einem Anforderungsdokument. Der Autor eines jeden Eintrags soll im Anforderungsdokument vermerkt werden und die Dokumente dürfen nur durch autorisierte Personen zugänglich gemacht werden. Schutzmechanismen sollen für die Anforderungsdokumente aufgebaut werden, die das Überschreiben von Informationen verhindern und Dateninkonsistenzen vermeiden.