Voraussetzung für die Zeitplanung ist der Projektstrukturplan und ggf. die bisher erstellte Version des Terminplans aus den Vorangegangenen Planungszyklen.
Durchzuführender Prozess
Die Planung der Termine erfolgt schrittweise, wobei nicht alle nachfolgend genannten Schritte immer in einem Planungszyklus durchlaufen werden müssen. Man wird vielmehr in der frühen Planungsphase nur die ersten vorgestellten Terminplanungsschritte durchführen und die Terminplanung bei einem kommenden Planungszyklus fortführen.
Je nach dem welche Planungsmethode gewählt wird (Vergleich von Terminplanungsmethoden) sind ebenfalls unterschiedliche Vorgehensschritte notwendig, d.h. bei einfacheren Methoden können zumeist gewisse Schritte wegfallen:
Erstellung der Vorgangsliste
Alle Planarten
Ermittlung der Anordnungsbeziehungen
Balkenplan und Netzplan
Erstellung des Ablaufplans
Netzplan
Ermittlung der Vorgangsdauer
Alle Planarten außer Geschwindigkeitsdiagramm
Zeitanalyse
Balkenplan und Netzplan
Optimierung des Terminplans
Balkenplan und Netzplan
Erstellung der Vorgangsliste
Voraussetzung für alle weiteren Terminplanungsaktivitäten ist eine Zusammenstellung aller Vorgänge (Vorgang) in einer Liste. Die Vorgänge werden in der Regel während der Aufgabenplanung identifiziert.
Ermittlung der Anordnungsbeziehungen
Es werden die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Vorgängen untereinander und mit den Projektereignissen erfasst und die bisherige Planung um diese Informationen ergänzt. Dabei wird sowohl die Art der Abhängigkeit als auch die Anordnungsbeziehung berücksichtigt (Ablauf- und Terminplanung).
Es gibt vier prinzipielle Anordnungsbeziehungen, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind.
Die Ermittlung der Beziehungen kann entweder progressiv vom Projektanfang her oder regressiv vom Projektende her erfolgen. Aus diesen Sichtweisen ergeben sich bei der Planung folgende Fragen:
progressiv:
Womit wird das Projekt begonnen?
Welche Arbeiten (Vorgänge) folgen unmittelbar danach bzw. welche Teilergebnisse sind erreicht (Meilensteine)?
Welcher Art ist die Abhängigkeit
regressiv:
Was soll am Projektende erreicht sein?
Welche Arbeiten (Vorgänge) müssen unmittelbar zuvor erledigt sein bzw. Ereignisse (Meilensteine) müssen eingetreten sein?
Welcher Art ist die Abhängigkeit?
In erster Näherung wird man zunächst zwischen den Vorgängen Normalfolgen als Beziehung verwenden. Bei der Verfeinerung werden diese dann ggf. durch die exakteren Anfangs- und Endfolgen ersetzt (Sprungfolgen werden selten verwendet). Es kann auch vorkommen, daß zwei Anordnungsbeziehungen zwischen zwei Vorgängen sinnvoll sind.
Erstellung des Ablaufplans
Die Erstellung eines reinen Ablaufplans in grafischer Form, d.h. nur die Darstellung von logischen Abhängigkeiten zwischen den Vorgängen, findet nur in der Netzplantechnik statt (im Balkenplan ist dies wegen der fehlenden Information über die Vorgangsdauer nicht möglich). Diese Darstellungsart ist jedoch nur für erfahrene Planer verständlich, so daß der Ablaufplan nur in seltenen Fällen erstellt wird. Die Planung ist bereits mit den beiden vorherigen Schritten vollständig abgedeckt.