Es liegt eine Projektstrukturplanung und ggf. eine vorläufige Kostenplanung vor.
Durchzuführender Prozess
Für eine genaue Projektkalkulation bzw. Projektbudgetierung muss man eine analytische Kostenermittlung heranziehen.
Die Ergebnisse sind:
die Gesamtprojektkosten,
die Kosten je Arbeitspaket oder je Gruppe von Arbeitspaketen,
die Kosten je Kostenart und
die Kosten im Zeitverlauf.
Um diese Ergebnisse zu erhalten, geht man wie folgt vor:
1. Eignung des Projektstrukturplans für die Kostenplanung überprüfen
Wenn man keinen eigenen Kontenstrukturplan (Strukturplanung) für das Projekt aufgestellt hat, muss man dafür sorgen, dass der Projektstrukturplan eine für die Kostenkalkulation und das Controlling geeignete Struktur hat. Die Arbeitspakete bilden quasi die Kontrolleinheiten für das Controlling. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass der Leistungsumfang für die Arbeitspakete ausreichend spezifiziert ist.
2. Ermittlung und Bewertung der Kostenarten für das Projekt
Es werden die für das Projekt relevanten Kostenarten (z.B. Gehälter, Reisekosten, Miete, etc. - Beispielkatalog) ermittelt und deren Kostensätze bestimmt. Die Kostenarten richten sich im Allgemeinen nach den im Unternehmen vorliegenden Standards (Kontenrahmen). Hiermit wird auch eine Verbindung zwischen dem Unternehmenscontrolling und dem Projektcontrolling geschaffen.
3. Zuordnung der Kostenarten zu Arbeitspaketen oder Gruppen davon
Dies ist der wichtigste Schritt in der Kostenplanung, denn nur die Aufteilung der Kosten auf die Arbeitspakete ermöglicht später eine zeitnahe Steuerung des Projektes bezüglich der Projektkosten. Dieser Schritt wird besonders bei internen Projekten gern vernachlässigt.
Es werden alle direkten Kosten (Einzelkosten) eines Arbeitspaketes gemäß ihrer Kostenart ermittelt und im Plan zugeordnet. Dabei kann es sinnvoll sein mehrere Arbeitspakete zusammenzufassen und gemeinsam zu bewerten.
Des Weiteren werden die Gemeinkosten ermittelt. Diese sind entweder in den Kostensätzen der jeweiligen Kostenart bereits enthalten oder werden als prozentualer Anteil der Einzelkosten bestimmt.
Damit die Kostenplanung nachvollziehbar bleibt, ist darauf zu achten, dass man während der Kostenermittlung nicht bereits Risikoaufschläge einkalkuliert, sondern sie im nächsten Schritt in der Projektkalkulation explizit ausweist.
4. Projektkalkulation
Bei der Projektkalkulation werden die Einzelkosten sowie die für das Projekt ermittelten, anteiligen Gemeinkosten - soweit sie nicht in den Kostensätzen bereits enthalten sind - zusammengefasst. Man erhält so die Selbstkosten eines Projektes. Sie werden dann sowohl mit einem Risikozuschlag als auch dem Gewinnzuschlag versehen. Diese interne Kalkulation ist Voraussetzung für die Angebotsstellung bzw. für die Beantragung eines Projektbudgets, wobei im letzteren Fall natürlich kein Gewinnzuschlag erhoben wird.
Bei internen Projekten sollte man neben den Projektkosten den Lebenszyklus des zu erstellenden Systems (Entwicklung, Einführung, Nutzung, Abwicklung des Systems) beachten, um zu einer realistischen Einschätzung des Investitionsvolumens zu gelangen.
5. Verteilung der Kosten über die Projektdauer
Zuletzt werden die anfallenden Kosten mit Hilfe der Arbeitspakete auf den Terminplan projiziert. Dabei erhält man einen projektbezogenen Finanzierungsplan, aus dem hervorgeht, wann welcher Finanzbedarf entsteht. Er ist z.B. Grundlage für die Erstellung eines Zahlungsplans bei Auftragsprojekten.
Ergebnis des Prozessmusters
Es liegt eine detaillierte Projektkalkulation vor.