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Verfahren
Test von Systemen, die Kommunikationsprotokolle abwickeln
Methode/Technik:8860
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Beschreibung
Protokollspezifikationen sind in aller Regel sehr komplex. Sie orientieren sich am ISO-7-Schichtenmodell und geben keine Implementierung vor. Hinzu kommt, dass die gesamte Protokollspezifikation meist eine Übermenge der in tatsächlichen Systemen realisierten Teile ist. Hintergrund ist, dass die Spezifikationen aus fest vorgeschriebenen (mandatory) und wahlfreien (optionalen) Teilen bestehen. Die Gesamtheit der implementierten Teile, die im übrigen auch anwendungsspezifisch ist, nennt man Profil. Profile können gerätespezifisch oder auch branchenspezifisch sein. Entsprechend vielfältig sind die Tests, die zur Sicherstellung der Interoperabilität zwischen Geräten notwendig sind.

Die ISO hat einen umfangreichen Standard für den Test von Protokollsoftware, den ISO9646, aufgestellt, der aus sieben Teilen besteht. In Teil 1 werden grundlegende Begriffe und Konzepte dargestellt, so auch die grundlegende Testarchitektur für Kommunikationsprotokolle.

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Bild 1: Grundlegende Testarchitektur nach ISO9646-1

Bei dieser Architektur spielt es keine Rolle, ob nur eine Kommunikationsschicht getestet wird (wenn PCO’s zugänglich sind) oder ein ganzer Protokollstack, der mehrere Schichten umfasst. Voraussetzung zu Tests von Protokollimplementierungen ist das Protocol Implementation Conformance Statement (PICS). In diesem Statement wird offengelegt, welche Teile des Protokolls mit welchen Parametern implementiert wurden. Die Anforderungen an das PICS sind in ISO9646-7 festgelegt. Im Idealfall werden zunächst die einzelnen Protokollschichten auf Konformität getestet. Dazu muss das Testsystem für jede Schicht einmal die Funktion der nächsthöheren Schicht und die Funktion der nächst niedrigeren Schicht (Upper Tester, Lower Tester) übernehmen. Jeder Test wird mit verschiedenen Parametern und der Unterscheidung verschiedener Fälle oder Parameter (test cases) vorgenommen. Dabei wird außer den „normalen“ Reaktionen auf Stimuli des Testsystems z. B. geprüft, ob das Zeitverhalten stimmt, ob die Reaktionen im Fehlerfall korrekt sind, ob die Reaktionen auf fehlerhaftes Verhalten der Umgebung (Kommunikationspartner) korrekt sind u.s.w. Ziel dieser Tests ist es, die Isolierung von Fehlern in verteilten Systemen zu erreichen. In der Realität sieht es meist etwas anders aus; die einzelnen Protokollschichten sind nicht von außen zugänglich, es muss das gesamte System (Gerät) getestet werden, d. h. das Testsystem muss die physikalische Schnittstelle und die Interaktion mit der Anwendung nachbilden.
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