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Verfahren
Defekte, Mängel und Fehlhandlungen
Methode/Technik:9723
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Beschreibung
Ein Fehler liegt immer dann vor, wenn das Istverhalten der Software vom spezifizierten Sollverhalten abweicht, und zwar in einem Maße, dass die Toleranzgrenzen, die den Bereich noch gültigen Verhaltens kennzeichnen, überschritten wurden. Die Software kann also eine spezifizierte Anforderung nicht erfüllen.

Eine Software ist mangelhaft, "wenn eine gestellte Anforderung oder eine berechtigte Erwartung nicht angemessen erfüllt wird" [Basiswissen Softwaretest, Spillner].

Ein Mangel beschreibt also z. B. diejenigen Fälle, bei denen auf der einen Seite zwar die Funktionalität der Software in vollem Umfang gegeben ist, aber andere Aspekte wie Benutzbarkeit oder angemessene Performanz nicht erfüllt werden. Sämtliche Fehler in einem Programm liegen seit dem Zeitpunkt der Entwicklung vor, und können nicht, wie z.B. in physikalischen Systemen, durch Alterung oder Verschleiß entstehen. Fehler werden während des Tests oder, im schlechtesten Fall, während des bestimmungsgemäßen Einsatzes entdeckt.

Das nach außen Sichtbarwerden eines Fehlers heißt auch äußerer Fehler oder Fehlerwirkung (engl. failure). Die Ursache einer Fehlerwirkung liegt in einem sog. Defekt oder Fehlerzustand (engl. fault). Ein weiterer Begriff dafür ist innerer Fehler. Ein Defekt ist eine fehlerhafte Stelle im Programm, wie z.B. eine fehlerhaft implementierte Berechnung.

Defekte werden durch menschliche Fehlhandlungen (engl. error) während der Entwicklung verursacht. Fehler können sich in ihrer Wirkung in manchen Situationen gegenseitig aufheben, d.h. obwohl mehrere innere Fehler vorliegen, treten die äußeren Fehler nicht in Erscheinung. Man spricht hier auch von Fehlermaskierung, da die Fehlerwirkung bis zur Beseitigung eines Defekts nicht erkannt wird.
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Kommentare
Eine Annotation von Tim P. Tim P., 02.10.2003
"Was bedeutet "eine berechtigte Erwartung" ?"
Im ersten Moment denke ich das "eine berechtigte Erwartung" eine selbstversändliche Anforderung an eine Software darstellt, die nicht schriftlich festgehalten werden muss. Aber was ist den selbstverständlich? 
  
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